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Sozialkompetenz - Stark ist, wer Schwäche zeigen kann

Kann man es sich in der heutigen Zeit überhaupt noch leisten, Sozialkompetenz zu praktizieren?

Speziell in Großunternehmen taucht diese Frage verstärkt auf. Insbesondere dadurch bedingt, dass in schwierigen Zeiten oftmals globale Restrukturierungsmaßnahmen praktiziert werden müssen, bei denen persönliche Belange einzelner betroffener Personen nicht berücksichtigt werden können.
Im Zuge meiner Tätigkeit als Seniorberater wurde ich in der Vergangenheit sehr oft mit dieser oder ähnlichen Fragen konfrontiert. Meine klare Aussage dazu lautet: "Man kann es sich nicht leisten, Sozialkompetenz nicht zu praktizieren".

Meine Erfahrung zeigt aber auch, dass von den einem oder anderen „knallharten Manager“ noch nicht verstanden wurde, was das Praktizieren von Sozialkompetenz bedeutet. Wenn man mit diesen über dieses Thema spricht, kann das leicht dazu führen, dass man diesbezüglich müde belächelt wird, weil man meint, jemand der Sozialkompetenz praktiziert, ist gleichzusetzen mit einem „Softie“. Diesem wird oftmals unterstellt, dass er nicht konsequent für die Umsetzung von beschlossenen Maßnahmen sorgt, weil er sich schwer tut, wenn sein Umfeld disharmonisch reagiert. Darum ist er bestrebt, es jedem recht zu machen.

Diese Annahmen haben jedoch nichts mit sozialkompetentem Verhalten zu tun. Ich persönlich vertrete die Meinung, dass eine erfolgreiche Führungskraft auch im Sinne seines Teams, „sofern es notwendig wird“, autoritär sein können muss.
Das heißt nicht, dass er ein autoritäres Verhalten haben muss, man muss es ihm einfach nur im Zuge der konsequenten Einforderung von vereinbarten Maßnahmen zutrauen.

Stark ist, wer auch einmal Schwäche zeigen kann.

Wenn man über das erfolgreiche Praktizieren von Sozialkompetenz spricht, ist es absolut von Bedeutung, dass man sich bewusst ist, dass nur wer innerlich stark ist, Schwäche zeigen kann.
Das heißt ganz klar: Sozialkompetenz bei einer Führungskraft hat nichts mit dem allgemeinen umgangssprachlichen Begriffen wie sozialem Verhalten (es jedem recht machen wollen) zu tun. Es ist auch wichtig zu wissen, dass eine Führungskraft nie den Anspruch erheben kann, von jedem Mitarbeiter geliebt zu werden. Das liegt in der Natur der Sache. Sie kann jedoch den Anspruch erheben, geachtet und respektiert zu werden, indem sie sich fair, gerecht, respektvoll, einfühlsam und berechenbar gegenüber jedem Kollegen verhält.

Viele Experten auf diesem Sektor gebrauchen auch oftmals den Vergleich, dass die betriebliche Gemeinschaft mit der Gemeinschaft einer Gorillagruppe gleichzusetzen ist und dort ähnliche Verhaltensweisen vorherrschen.

Der Gorilla Herdenführer (Silberrücken) ist das stärkste und intelligenteste Tier im Rudel. Er ist einerseits ein sehr einfühlsamer, oftmals sogar ein zärtlicher Koloss, andererseits weiß jeder, dass dieser seine Stellung (sofern erforderlich) gegenüber jedem Rivalen verteidigt. Notfalls auch durch Kampf.

Fazit: Um Sozialkompetenz erfolgreich (zielorientiert für das Unternehmen) praktizieren zu können, muss man über innerliche Stärke verfügen (eine starke Persönlichkeit sein). Ansonsten besteht die Gefahr, dass man von den sogenannten „Hardlinern“ nicht ernst genommen wird.

 

Die fünf Stufen zur emotionalen Intelligenz

1. Eigene Gefühle erkennen

Voraussetzung ist, die eigenen Emotionen zu erkennen. Ehrlichkeit und ein wenig Übung sind dazu erforderlich: Welche Gefühle bewegen mich? Löst eine Begegnung in mir Langeweile, Ärger oder vielleicht Angst aus? Wie reagiere ich, wenn mich jemand kritisiert? Was bedeutet für mich ein Lob?

2. Mit eigenen Gefühlen umgehen

Im nächsten Schritt ist es wichtig, mit den eigenen Gefühlen umgehen zu können und sie angemessen auszuleben: Ist es sinnvoll, meinen Ärger im Team lautstark zum Ausdruck zu bringen? Wenn nicht: Wie kann ich ihn dann loswerden? Wie kann ein Konflikt gelöst werden? Ein Zeichen von emotionaler Intelligenz kann sein, ein Gespräch erst einmal zu unterbrechen und zu einem anderen Zeitpunkt fortzusetzen, wenn die Gemüter sich beruhigt haben.

3. Eigene Gefühle umsetzen

Wer seine Gefühle kennt und mit ihnen umgehen kann, kann sich darauf einlassen, Gefühle in die Tat umzusetzen. Hinter manchem Ärger stecken ein positiver Wille und Einsatzkraft für den Erfolg. Ängstlichkeit kann für ein vernünftiges Maß an Vorsicht genutzt werden. Auch wichtig ist die Fähigkeit zur Beharrlichkeit, die Bereitschaft, ein Ziel zu verfolgen. Erfolgreiche, emotional intelligente Menschen können „Durststrecken“ bis zum Durchbruch durchstehen. Immer wieder wird diese Eigenschaft gebraucht, sei es bei der Prüfungsvorbereitung, der Investition in zwischenmenschliche Beziehungen oder beim Aufbau einer Karriere oder eines Unternehmens. Wer nicht warten kann und alles sofort haben will, wird wenig Erfolg haben. Und hat man sein Ziel erreicht, gehört auch die Fähigkeit, den Erfolg zu genießen, zur emotionalen Intelligenz.

4. Beziehungen zu anderen aufbauen

Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu gestalten - ob privat oder im Beruf - verlangt Empathie (Einfühlungsvermögen). Damit ist die Fähigkeit gemeint, anhand von Stimme, Mimik, Gesten oder Verhalten anderer Menschen deren Gefühle zu erkennen: Weiß ich, was mein Gesprächspartner fühlt, wenn ich ihn auf seine Fehler anspreche? Kann ich mich in die Rolle meines Chefs hineinversetzen, der unter dem Druck der Kosten- und Terminvorgaben gereizt auf Verzögerungen reagiert? Sind mir die Gefühle meiner Kollegen wichtig?

5. Mit Menschen individuell umgehen

Schließlich zeichnet sich emotionale Intelligenz durch den individuellen Umgang mit verschiedenen Menschen aus. So verschieden die Menschen sind, zu denen wir Beziehungen haben, so vielfältig sollten wir auch reagieren. Das heißt nicht, mit jedem gut Freund zu sein, sondern auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten eingehen zu können, Konflikte zu lösen und zu kooperieren, wo es möglich und sinnvoll ist. Sie können sich fragen: Berücksichtige ich mein Wissen und meine Einschätzung über andere, wenn ich mit ihnen zu tun habe? Nutze ich mein Einfühlungsvermögen aktiv, um Gespräche und Zusammenarbeit zu verbessern?

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