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Mitarbeitermotivation:
Das können Sie tun, damit Ihr Team sich engagiert

Eine aktuelle Studie zeigt, dass in deutschen Unternehmen nur 13% der Mitarbeiter engagiert sind. Den wirtschaftlichen Schaden, der durch die restlichen 87% entsteht, beziffert das Meinungsforschungsinstitut auf 250 Milliarden € pro Jahr. Doch Sie können einiges tun, um die Motivation Ihrer Mitarbeiter zu fördern.

Im Grundsatz ist jeder Mensch motiviert. Ein neuer Mitarbeiter, der darum gekämpft hat, eine Stelle zu bekommen, will diese erfolgreich ausfüllen und freut sich meist sogar auf die Arbeit. Doch bei den meisten Mitarbeitern lässt die Motivation schnell nach. In Deutschland machen 68% der Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift. Jeder 5. Mitarbeiter ist sogar aktiv unengagiert. Er meckert, hetzt auf und boykottiert im Ernstfall den Unternehmenserfolg.

Motivation ist wie der Rückenwind beim Fahrradfahren.

So vermeiden Sie Motivationsverlust

Viele Ursachen für den Motivationsschwund sind eindeutig zu erkennen.
Geben Sie nicht nur bei Fehlern Feedback. In vielen Unternehmen herrscht immer noch eine starke Fehlerkultur. Führungskräfte sprechen dann mit Ihren Mitarbeitern, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Die Folge sind passive Mitarbeiter, die sich nicht mehr trauen, Entscheidungen zu treffen.
Sie können es besser machen, indem Sie Ihre Mitarbeiter bewusst loben, wenn diese etwas Positives geleistet haben. Wenn Fehler passieren, sollten Sie mit Ihrem Mitarbeiter sehr lösungsorientiert sprechen: „Der Fehler ist nun mal passiert. Wie können wir ihn am besten beheben? Und was können wir tun, damit es nicht wieder passiert?“

 

engagiert

aktiv unengagiert

Anteil der Mitarbeiter

13%

19%

Krankheitstage

4,6

7

Empfehlung des eigenen Produkts

76%

24%

Treue zum Unternehmen

87%

43%

Experten-Rat:
Denken Sie daran, Fehler müssen passieren, damit ihre Mitarbeiter lernen und sich verbessern können.

Loben Sie gute Leistungen Ihrer Mitarbeiter

60% der Mitarbeiter fühlen sich zu wenig gelobt. Ein ehrliches „gut gemacht“ motiviert jedoch messbar. Gehen sie individuell vor: Loben Sie, wenn ein Mitarbeiter eine für ihn besondere Leistung erbracht hat. Ein junger Mitarbeiter ist stolz, wenn Sie ihn für die Organisation eines Kundenbesuchs loben. Für Ihren „Starverkäufer“ ist so etwas Routine, aber bei einem besonders guten Abschluss freut sich auch dieser über ein Schulterklopfen.

Nutzen Sie Talente ihres Teams

70% der Mitarbeiter in Deutschland haben laut eigener Einschätzung eine Position oder Aufgabe, die ihnen nicht optimal liegt. Bei Einstellungen wird zu viel auf Vorerfahrung und Ausbildung geachtet. Talente und Neigungen spielen nur selten eine Rolle. Fragen Sie in Ihrem Team doch einmal, wer was gerne macht und gut kann. Überlegen Sie gemeinsam wie ein neue Aufgabenverteilung aussehen kann, in der jeder seine Stärken optimal nutzen kann.

Experten-Rat
Vergessen Sie nie: Zufriedene Mitarbeiter sind die besseren Verkäufer. Ihre Unternehmensqualität und Zufriedenheit wirkt sich auch Im Umgang mit Kunden aus.

Führen Sie Ihre Mitarbeiter individuell

Nach dem Modell des Management Professors Douglas McGregor gibt es 2 grundsätzlich verschiedene Mitarbeitertypen: Häuptlinge und Indianer. In einem Unternehmen muss es beides geben. Nicht jeder kann „Häuptling“ sein. Führen Sie Ihre Mitarbeiter „typgerecht". Geben Sie den ,,Häuptlingen" Projekte, die sie eigenständig bearbeiten dürfen. Dazu müssen Sie auch Kompetenzen abgeben. Ein Häuptling will und kann eigene Entscheidungen treffen.

Mein Tipp
Fragen Sie nicht, ob Ihre Mitarbeiter motiviert sind, sondern wodurch.

Lassen Sie die ,,Indianer" klar abgegrenzte Aufgaben übernehmen. Geben Sie genaue Anweisungen, was Sie erwarten, bis wann die Aufgabe erledigt sein soll und wie Sie die Ergebnisse haben wollen.

Die McGregor-Theorie:
Zu welcher Gruppe gehören Ihre Mitarbeiter?

 

Häuptling

Indianer

Verhalten

Sucht Verantwortung, Interesse an sinnvoller Betätigung, agiert proaktiv

Passiv und antriebsarm, agiert reaktiv

Negative Auswirkung bei falscher Wirkung

Kündigt, sucht sich ein neues Betätigungsfeld

Drückt sich vor der Arbeit

Âufgaben

Führungsaufgaben, Verantwortung für Projekte oder Aufgabenbereiche

Routineaufgaben

Braucht

Freiräume

Kontrolle

Bevorzugter Führungsstil

kooperativ

autoritär

 

Behandeln Sie Mitarbeiter als Menschen

Mitarbeiter fühlen sich unwohl, wenn Sie nur als Produktionsfaktor gesehen werden. Nehmen Sie sich Zeit für Gespräche. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Feedback und sprechen Sie mit Ihnen über persönliche Fortschritte.

Achten Sie für ein motivierendes Feedbackgespräch auf diese Punkte:

Geld motiviert nicht dauerhaft

Das beliebteste Motivationsinstrument in Unternehmen ist Geld. Vielfach wird durch Prämien, Gehaltserhöhungen oder generell gute Bezahlung versucht, die Mitarbeiter zu einem hohen Engagement zu motivieren. Finanzielle Belohnung motiviert aber nur solange sie neu ist. Sobald der Mitarbeiter sich an das höhere Gehalt gewöhnt hat, ist er wieder genauso engagiert wie vorher.

10 Ideen für Preisgünstige Mitarbeitermotivation

  1. Denken sie an den Geburtstag jedes Mitarbeiters und schenken Sie ihm eine Kleinigkeit.
  2. Interessieren Sie sich für ihre Hobbys Ihrer Mitarbeiter und wählen Sie kleine Geschenke individuell aus.
  3. Verlosen Sie zu Weihnachten unter allen Mitarbeitern einige weinige hochwertige Geschenke. Das kostet pro Kopf nicht viel, aber alle haben eine realistische Chance etwas Tolles zu gewinnen.
  4. Nehmen Sie einen Mitarbeiter mit auf die Geschäftsreise, der sonst nur im Büro sitzt.
  5. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter Seminare besuchen, das nützt ihnen und dem Unternehmen.
  6. Unternehmen Sie etwas Schönes mit dem gesamten Team.
  7. Lassen Sie Ihren Mitarbeiter notwendige Anschaffungen (z.B. Notebook, Handy, Schreibtisch) mit aussuchen.
  8. Stellen Sie Ihren Mitarbeitern Getränke und Obst kostenlos zur Verfügung.
  9. Bezahlen Sie Mitgliedschaften in Sportverein oder im Fitnesscenter. Damit tun Sie noch etwas für die Gesundheit Ihres Teams.
  10. Lassen Sie Ihren Mitarbeitern Freiräume, beispielsweise in der Zeiteinteilung.

Motivation ist wie Kundenorientierung am Mitarbeiter. Wenn Sie sich gezielt Gedanken machen, was Ihr Mitarbeiter braucht und was ihn antreibt, fördern Sie sein Engagement und seine Produktivität.

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